Schleuderguss vs. Statischer Guss

Was sind die Vorteile des Schleuderguss-Verfahrens? Wann greift man besser auf statischen Guss zurück? Wir geben Ihnen einen schnellen Überblick. Weiterlesen

Vor den Unterschieden die Gemeinsamkeit: Wie der Name schon sagt, entstehen bei beiden Verfahren Gusserzeugnisse. Der verwendete Werkstoff wird geschmolzen und anschließend in eine Form gegossen. Dabei nimmt er die Gestalt der Gussform an. Schleuderguss ist in seinen mechanischen Eigenschaften dem statischen Guss jedoch fast immer deutlich überlegen und eher mit den Eigenschaften von geschmiedeten Werkstoffen vergleichbar. Woran liegt das?

Der wesentliche Unterschied beider Verfahren liegt in der Erstarrung. Beim statischen Guss wird das Material in eine Form gegossen, deren Geometrie relativ frei wählbar ist. Beim Einfüllen des flüssigen Stahls können jedoch Lunker und Verunreinigungen entstehen, die während des Erstarrungsprozesses im Gusserzeugnis eingeschlossen werden.

Beim Schleuderguss-Verfahren wird das geschmolzene Material in eine rotierende Form, die Kokille, gegossen und die Erstarrung erfolgt bei bis zu 120-facher Erdbeschleunigung von außen nach innen. Durch die Zentrifugalkraft trennen sich grobe Verunreinigungen durch die Dichteunterschiede zur Schmelze bereits deutlich schneller und werden zur Innenoberfläche aufgetrieben. Die gerichtete Erstarrung treibt zusätzlich kleine Porositäten von außen nach innen, ein sehr reines Gefüge mit gleichmäßigen Eigenschaften entsteht. Verunreinigungen und Poren werden in der anschließenden Nachbearbeitung abgetragen.

Der Nachteil? Der größte Nachteil liegt in der geometrischen Beschränkung des Verfahrens. Jedes im Schleuderguss hergestellte Bauteil ist an eine rotationssymetrische Form gebunden mit einem (zumindest kleinen) zentrischen Loch. Das bedeutet: flache Bauteile wie Bleche, Pfannen etc. sowie komplexe, geschlossene Formen können nicht im Schleudergussverfahren gegossen werden.

Die Verfahren im Vergleich:

GussverfahrenGussverfahren

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