Qualität wird in Rotation gegossen
Schleuderguss ist ein Verfahren für Bauteile, die unter Druck, Temperatur, Reibung oder Korrosion dauerhaft funktionieren müssen. Der entscheidende Vorteil liegt in der Art, wie der Werkstoff erstarrt: Flüssiger Stahl oder Eisen wird in eine rotierende Kokille gegossen und erstarrt durch die Rotation bei etwa 100-facher Erdbeschleunigung. Weiterlesen
Bereits durch diese viel stärkere Verdichtung gegenüber „normalem“ Guß „schwimmen“ grobe Unreinheiten, Schlacken und Poren aus dem Gefüge an die Innenoberfläche auf. Die Erstarrung verläuft von außen nach innen und treibt dabei zusätzlich Mikroporositäten und Unreinheiten vor sich her. Dadurch entsteht ein besonders dichtes und reines Gefüge, welches in den Eigenschaften weitgehend mit geschmiedeten Werkstoffen verglichen werden kann.
Zurück bleibt ein Werkstück mit hoher Reinheit und sehr guten mechanischen Eigenschaften. Genau deshalb ist Schleuderguss für viele Anwendungen eine starke Alternative zu statischem Guss und in vielen Fällen in Bezug auf seine Eigenschaften anderen Herstellverfahren überlegen.
Der Nutzen zeigt sich besonders bei rotationssymmetrischen Komponenten für anspruchsvolle industrielle Anwendungen: von Ringen, Rohren und Walzen, bis hin zu High-Performance-Komponenten wie Zylinderlaufbuchsen. Hier verbindet Schleuderguss werkstoffliche Qualität mit fertigungstechnischer Effizienz. Weil der Innenraum durch die Prozessführung entsteht, sind für viele Geometrien keine Kerne nötig. Das reduziert Prozessschritte, vermeidet typische Fehlerquellen und schafft mehr Freiheit in der späteren Zerspanung.
Für Kunden bedeutet das: weniger Kompromisse zwischen Qualität, Wirtschaftlichkeit und Lieferfähigkeit. Die gewünschte Legierung kann an Normen oder individuelle Anforderungen angepasst werden. Anschließend wird aus dem gegossenen Rohling ein präzises Endprodukt gefertigt – mit Eigenschaften, die genau zur Anwendung passen.
Schleuderguss ist damit weit mehr als ein Gießverfahren. Er ist ein Qualitätsprinzip: Der Prozess nutzt physikalische Kräfte, um Reinheit, Dichte und Belastbarkeit direkt im Werkstoff anzulegen. Für Branchen wie Maschinen- und Motorenbau, Dekanter- und Marinetechnik, bis hin zu Energie- und Hüttentechnik ist das ein entscheidender Vorteil. Denn dort zählt nicht nur, dass ein Bauteil passt. Es muss über lange Zeit zuverlässig arbeiten – oft unter Bedingungen, bei denen Materialqualität den Unterschied macht.

