Entgegen dem Trend: Fertigungskapazitäten im Ausbau

Während die deutsche Industrie überwiegend von schwacher Nachfrage, hohem Kostendruck und Beschäftigungsabbau geprägt ist, entwickelt sich die Auftragslage in einigen Geschäftsfeldern dem allgemeinen Trend zum Trotz enorm dynamisch. Wachstumsmärkte wie die Energie- und Großmotorentechnik aber auch Verteidigung sorgen für hohe Auslastung – auch bei den Unternehmen unserer Gruppe. Weiterlesen →

Die Rahmenbedingungen für produzierende Unternehmen in Deutschland bleiben anspruchsvoll: Hohe Energie- und Standortkosten, internationaler Wettbewerbsdruck und eine schwache Nachfrage in traditionellen Absatzmärkten stellen insbesondere den industriellen Mittelstand vor große Herausforderungen. Auch unsere Unternehmensgruppe spürt die Auswirkungen dieser Entwicklungen deutlich. Gleichzeitig zeigt sich jedoch, dass eine breite Aufstellung und die konsequente Ausrichtung vorhandener Fertigungskompetenzen auf wachsende Märkte neue Chancen eröffnen können.

Neben der Energieversorgung entwickeln sich auch weitere Anwendungsfelder positiv. Dazu zählen unter anderem sicherheits- und verteidigungsrelevante Anwendungen, für die hochwertige, gegossene und mechanisch bearbeitete Komponenten benötigt werden. Entscheidend ist dabei weniger ein einzelner Boom-Markt als vielmehr die Fähigkeit, unterschiedliche Kompetenzen und Produktionskapazitäten flexibel dort einzusetzen, wo langfristiges Wachstum entsteht.

Wesentlicher Wachstumstreiber sind derzeit die Energie- und Großmotorentechnik sowie der Verteidigungssektor. Der weltweite Ausbau digitaler Infrastruktur und insbesondere die enormen Investitionen in Rechenzentren für KI-, Cloud- und andere datenintensive Anwendungen lassen auch den Bedarf an leistungsfähigen Lösungen zur Energieversorgung stark steigen.

Gleichzeitig verlangt auch eine stark im Aufbau befindliche, europäische Sicherheitsarchitektur nach hoch belastbaren und langlebigen Komponenten aus qualitativ zuverlässigen und vertrauenswürdigen Quellen. Davon profitieren über die eigentlichen Technologieunternehmen hinaus auch industrielle Zulieferer entlang der Wertschöpfungskette.

Für die Kuhn Gruppe machen sich diese Entwicklungen insbesondere in der Großmotorentechnik und der mechanischen Bearbeitung bemerkbar. M. Jürgensen in Sörup verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in der Entwicklung und Fertigung von Zylinderlaufbuchsen für mittelgroße und große Motoren, während Kuhn Edelstahl in Radevormwald umfassende Kompetenzen im Schleuderguss und in der anspruchsvollen mechanischen Fertigbearbeitung einbringt. Zunehmend werden diese Fähigkeiten innerhalb der Unternehmensgruppe miteinander verzahnt, um zusätzliche Nachfrage standortübergreifend abzubilden.

Wie deutlich sich die positive Entwicklung in bestimmten Märkten inzwischen auf die Fertigung auswirkt, zeigt vor allem der Personalbedarf: Bis Mitte 2027 wollen wir innerhalb unserer Unternehmensgruppe um rund 60 Mitarbeiter in den Bereichen der mechanischen Bearbeitung und Gießerei wachsen. Benötigt werden insbesondere qualifizierte Fachkräfte für die Zerspanung und Bearbeitung komplexer Bauteile, um der steigenden Nachfrage gerecht werden zu können. Angesichts des vielerorts zu beobachtenden Beschäftigungsabbaus in der deutschen Industrie ist ein Personalbedarf dieser Größenordnung alles andere als selbstverständlich.

Alles andere als selbstverständlich, jedoch absolut notwendig, ist auch unsere Investitionsbereitschaft. So investieren wir an beiden Standorten derzeit massiv in Fertigungsmaschinen, Modernisierung und Automatisierung um unsere Durchsätze steigern zu können, Prozesse zu standardisieren und eine gleichbleibende Qualität gewährleisten zu können.

Die positive Entwicklung ändert nichts daran, dass der Industriestandort Deutschland vor erheblichen Herausforderungen steht. Sie zeigt jedoch, dass auch unter schwierigen Rahmenbedingungen Wachstum möglich ist, wenn Unternehmen vorhandenes Know-how konsequent weiterentwickeln, ihre Kompetenzen bündeln und sich frühzeitig auf Märkte mit strukturellem Wachstum einstellen. Für uns ist der derzeit hohe Personalbedarf deshalb nicht nur eine Herausforderung, sondern vor allem ein Zeichen dafür, mit Zuversicht auf die kommenden Jahre blicken zu können.

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