CE-Maschinenrichtlinie: Mit kuhn.innovation zum Kennzeichen

Alfred Tenner erzählt uns im Interview, wie er mit seinem Team der kuhn.innovation Unternehmen dabei unterstützt eine CE-Zertifizierung zu erhalten. Weiterlesen

Eine CE-Kennzeichnung zeigt an, dass eine Maschine die Anforderungen der europäischen Maschinenrichtlinie erfüllt.[1] Sie ist Voraussetzung, um Maschinen in der EU erstmalig in den Verkehr zu bringen. Alfred Tenner, Geschäftsführer und Gesellschafter der Kuhn Innovation GmbH, und sein Team erstellen hierfür notwendige Risikobewertungen und bereiten die Zertifizierung vor. Im Interview erzählt er, wie und wen sie bei der CE-Maschinenrichtlinie unterstützen.

Was unterscheidet den CE-Zertifizierungsprozess von kuhn.innovation von anderen Anbietern?

Alfred TennerAlfred Tenner, Geschäftsführer und Gesellschafter der Kuhn Innovation GmbH

Ich sehe hier besonders drei Punkte: 1. ganz allgemein, wir sind 100 % unabhängig und wollen keine Sicherheitsbauteile oder Ähnliches verkaufen. 2. kommen wir als produzierender Betrieb aus der Praxis. Das ist gerade bei Umrüstungen von Vorteil. Wir wissen aus eigener Erfahrung, wie eine Risikominimierung sichergestellt werden kann. So besteht bei Retrofits oder Erweiterungen häufig Unsicherheit beim Umgang mit den Anforderungen der Maschinenrichtlinie. Wir sehen etwa bei der Bewertung, ob es sich um eine „Wesentlichen Änderung“ handelt oder nicht. Weiterhin sind wir durch unsere mechanischen und elektrischen Konstrukteure in der Lage, Konzepte und Lösungen im Bereich der Sicherheitstechnik zu erarbeiten. Und 3.: Wir betreuen Unternehmen über den gesamten Prozess. Das ist uns wichtig.

Betreuung über den gesamten Prozess, können Sie darauf näher eingehen?

Das heißt, von der Beratung über Vorschläge zur Risikominimierung bis hin zur Erstellung der unterschriftsreifen Dokumente unterstützen wir den Kunden über alle Phasen des Zertifizierungsprozesses. Wir gehen aber noch weiter: Wir bereiten den CE-Workflow so vor, dass der Kunde die Maßnahmen für eine CE-Maschinenrichtlinie beim nächsten Mal selbst durchführen kann.

Wer benötigt eine CE-Kennzeichnung?

Ganz knapp: Jedes Unternehmen, das eine Maschine in Europa erstmalig in den Verkehr bringen möchte. Das sind in der Regel Hersteller, die für den Eigengebrauch oder Verkauf Maschinen entwickeln. Es können aber auch Händler sein. Wichtig zu wissen ist: Der Hersteller oder Inverkehrbringer bleibt verantwortlich für seine Maschine; er unterschreibt am Ende das Dokument.

Welche Unternehmen kommen zu Ihnen?

Zu uns kommen Unternehmen, die nicht so häufig eine CE-Kennzeichnung benötigen, und sich deshalb mit dem Prozess schwertun. Oder sie haben nicht die nötigen Kapazitäten frei. Entweder, weil es kleinere Betriebe sind oder weil es sich um Unternehmen handelt, die nach einem Umbau der Maschine eine neue Bewertung der Risiken benötigen. Die Vielfalt ist hier sehr groß: von Roboterzellen über Maschinen aus der Verpackungs- und Lebensmittelindustrie bis hin zu Werkzeugmaschinen. Selbstverständlich haben wir auch schon bei Gießmaschinen den Prozess begleitet.

Dabei können wir auf eine 25-jährige Erfahrung im Maschinenbau zurückgreifen. Ich zum Beispiel arbeitete im DIN-Normenausschuss sowie im VDW[2] mit, unter anderem bei der Umstellung der C-Normen zur Harmonisierung der Maschinenrichtlinie. Zudem sammelte das Team in vielen individuellen Projekten praktische Erfahrungen. Die kommt nun unserer Tätigkeit in der kuhn.innovation zugute.

Grillroboter der Firma ITBB GmbH
Kürzlich abgeschlossenes CE-Zertifizierungs-Projekt der kuhn.innovation: Grillroboter der Firma ITBB GmbH

Welche Risiken werden begutachtet?

Wir achten auf alle Faktoren, die Menschen gefährden. Das startet bei scharfen Kanten, geht weiter über Risiken durch Maschinenbewegungen und endet bei der Brand- und Explosionsgefahr. Das ist ein großer Katalog, der immer wieder aktualisiert werden muss.

Was raten Sie Unternehmen, die eine CE-Kennzeichnung anstreben?

Im besten Fall haben sowohl die mechanischen und elektrischen Konstrukteure bereits Grundlagenkenntnisse der Risikobewertung, die sie in den Konstruktionsprozess einbringen. In der Folge sollten sich Mitarbeiter intensiver mit dem CE-Prozess auseinandersetzen und einen Workflow-Standard erarbeiten und etablieren. Aus Erfahrung kann ich sagen, dieser Aufwand lohnt sich. Er führt zu mehr Rechtssicherheit, weniger internen Diskussionen und am Ende auch zu standardisierten Produkten.

Gern unterstützen wir Unternehmen in einzelnen Phasen oder während des gesamten Prozesses. Dabei legen wir den Fokus darauf, dass das Unternehmen diese Aufgaben zukünftig selbst erledigen kann. Denn: Maschinensicherheit muss intern gelebt werden!

 

Wenn Sie Fragen zur CE-Maschinenrichtlinie haben oder eine CE-Kennzeichnung anstreben, sprechen Sie uns an. Wir helfen Ihnen gern.

 

Zum Hintergrund:

Eine CE-Kennzeichnung ist in Europa für alle Maschinen Pflicht. Sie sagt aus, dass die Maschine mit den maßgeblichen europäischen Richtlinien übereinstimmt. Jede Maschine wird mit genau einem CE-Zeichen versehen. Erst dann darf die Maschine vertrieben und betrieben werden. Die CE-Kennzeichnung ist kein Gütesiegel und sagt nichts über die Qualität der Maschine oder des Produktes aus.

[1] CE steht für Communauté Européenne, zu Deutsch: „Europäische Gemeinschaft“.

[2] VDW bezeichnet den Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken, der als Sprecher der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie fungiert.

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