Besser gemeinsam

Der Bedarf nach dezentraler Energieversorgung steigt weltweit rasant an. Insbesondere der Ausbau der regenerativen Energien, die gigantischen Investitionen in die KI-Infrastruktur sowie der insgesamt steigende Energiehunger treiben langfristig die Nachfrage nach entsprechenden Technologien. Dadurch erlebt auch der Markt für mittelgroße Zylinderlaufbuchsen ein historisches Wachstum. Weiterlesen

Für die Unternehmen der Kuhn Industrie Holding ist dies eine Herausforderung und Chance gleichermaßen. In der Folge bündeln die beiden Unternehmensstandorte zunehmend ihre Kompetenzen und wachsen enger zusammen – mit Vorteilen auch für den Kundenstamm.

Die M. Jürgensen in Sörup gilt als anerkannter und gefragter Qualitätslieferant, der auf das Produktsegment der hoch präzisen Zylinderlaufbuchsen für mittelschnelllaufende Großmotoren spezialisiert ist. So positiv und langfristig die Perspektive in diesem Segment aufgrund der oben beschriebenen Marktentwicklung auch ist, stellt sie doch selbst uns als Marktführer vor große kapazitive Herausforderungen.

Bei der Kuhn Edelstahlgießerei hingegen sieht die Lage ganz anders aus. Die inzwischen dauerhafte Eintrübung im Maschinenbau sowie der Hütten- und der Dekantertechnik sind zur echten Geduldsprobe für den Standort in Radevormwald geworden. Als Unternehmen, das in der Basis die gleichen Fertigungsverfahren abbildet, lag es daher nahe zu erwägen, mit den vorhandenen Kapazitäten ebenfalls die Produktion von Zylinderlaufbuchsen aufzunehmen, um die Nachfrage gemeinsam mit M. Jürgensen schneller bedienen zu können.

Abguss der ersten Zylinderlaufbuchse am Standort Radevormwald

Aus einer Erwägung wurde Realität und so werden inzwischen die dringend benötigten Fertigungskapazitäten in diesem Produktsegment innerhalb der Unternehmensgruppe auf die Kuhn Edelstahl ausgeweitet. Zwar lassen sich Edelstahlguss und Einzelanfertigung, wie sie in Radevormwald betrieben werden, nicht mit Grauguss und Serienfertigung, wie sie in Sörup stattfinden, gleichsetzen und auch nicht beliebig austauschen. Dennoch eint beide Unternehmen als Schleudergießereien mit angeschlossener Zerspanung eine gemeinsame Produktionsbasis und Expertise. Man startet in Radevormwald also nicht bei Null!

Zunächst bedurfte es jedoch einiger Prozessumstellungen bei Kuhn Edelstahl, um hier die Kapazitätserweiterung zur Herstellung von Zylinderlaufbuchsen zu schaffen. So wurde der Anlagenbestand jüngst um eine Gießmaschine aus Sörup erweitert, die auf die Fertigung kleinerer Buchsentypen ausgelegt ist und die fortan in Radevormwald gegossen werden. Auch einer der Induktions-Schmelzöfen musste für den Grauguss umgerüstet werden.

„Für unsere Gruppe stehen der Erhalt und die Erweiterung unserer Marktanteile in diesem wachsenden Markt bei möglichst hoher Lieferfähigkeit und Kundenzufriedenheit an erster Stelle. Für beide Unternehmen ist das eine gewaltige Chance“, betont Andre Kuhn, Gesellschafter der Kuhn Industrie Holding. „In Sörup benötigen wir dringend mehr Kapazitäten an Maschinen und Mitarbeitern, in Radevormwald gelangen wir dadurch nach Monaten der Unterauslastung in der Gießerei wieder zu mehr und anhaltender Beschäftigung“, so Kuhn. Zwar seien hier noch weitere Prozessanpassungen und Lerneffekte erforderlich, mittelfristig werde man sich bei Kuhn Edelstahl aber zu mehr als einer „verlängerten Werkbank“ für M. Jürgensen entwickeln.

Auch Calvin Kuhn, Mitgesellschafter der Kuhn Industrie Holding und Geschäftsführer für den operativen Bereich bei M. Jürgensen, betont die Bedeutung der Geschäftsfelderweiterung bei der Schwester in Radevormwald: „Kurzfristig bedeutet das für uns, dass dringend benötigte Kapazitäten freiwerden, um der wachsenden Nachfrage nach unseren Produkten nachzukommen. Für uns als Unternehmensgruppe und noch viel wichtiger, für unsere Kunden, bedeutet das aber auch, dass wir unsere Versorgungssicherheit steigern und Ausweichmöglichkeiten schaffen, die im Krisenfall eine zuverlässige Belieferung gewährleisten.“

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